Wie wirkt mei:do? Der wissenschaftliche Hintergrund

Auf Basis neuster Forschungsergebnisse aus der Neuro- und Sportwissenschaft vereint das mei:do Training mentale Fitness, Bewegung, Entspannung und Ernährung zu einem integralen, effektiven Präventionsprogramm. Dabei wird das Trainingsprogramm gemeinsam mit Wissenschaftlern ständig weiterentwickelt.

Lange Zeit war die Wissenschaft der Meinung, dass das erwachsene Gehirn ein starres System darstellt und der Mensch mit einer Anzahl von Gehirnzellen ausgestattet ist, die im Laufe des Lebens sukzessive absterben. Die neurologische und neurowissenschaftliche Forschung der letzten 15 Jahre hat gezeigt, dass das menschliche Gehirn viel stärker auf externe Einflüsse reagiert als bislang vermutet und der Mensch auch im Erwachsenenalter in der Lage ist, neue Gehirnzellen und Verknüpfungen herzustellen. Die im Laufe des Lebens gebildeten neuronalen Netzwerke sind dynamisch und auch im Erwachsenenalter durch Erfahrung, Lernen und Gedächtnis veränderbar. Für den Erhalt der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit ist dieser Prozess der Neurogenese ein erheblicher Faktor. Die meisten Menschen wünschen sich, bis ins hohe Alter gesund, leistungsstark, geistig fit und selbstständig zu bleiben. Und dafür kann jeder etwas tun.

 

Ein Netz für geistige Beweglichkeit

Der Begriff “cognitive reserve” (kognitives Reservoir) beschreibt die Widerstandskraft des Gehirns gegenüber neurologischen Schäden, die durch Krankheiten wie die Alzheimersche Erkrankung verursacht werden. Sogenannte „plaques and tangles“ (Verkalkungen) zerstören dabei die Nervenzellen. Je mehr Eindrücke und Assoziationen ein Mensch neuronal etabliert hat, desto höher ist seine „Abwehrkraft“ gegenüber alters- und krankheitsbedingten Abbauprozessen. Neue neuronale Assoziationen entstehen vor allem, wenn Menschen Neues erleben und lernen oder Bekanntes aus neuen Blickwinkeln betrachten. Daher sind neue Erfahrungen für die Gesunderhaltung des Geistes besonders wichtig.

 

Training für die grauen Zellen

Das gezielte Training des Gehirns ist ein weiterer Aspekt zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und inzwischen durch zahlreiche Studien belegt. Eine der jüngsten Studien ist die Cogito-Studie der Akademiengruppe Altern in Deutschland, die in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung durchgeführt wurde. Erstmals konnte das Team um Prof. Dr. Ulman Lindenberger empirisch nachweisen, dass sich allgemein kognitive Fähigkeiten durch ein spezifisches, nicht wiederholendes Hirntraining verbessern lassen. Im Vergleich zu früheren Studien haben die Berliner Forscher keine typischen Intelligenztestaufgaben verwendet, sondern Arbeitsgedächtnisaufgaben, die hohe kognitive Anforderungen bieten.

In einem Gehirnforschungsprojekt des Kopfschmerzspezialisten Dr. Arne May vom Institut für Systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf konnte zum ersten Mal mit bildgebenden Verfahren nachgewiesen werden, dass das Gehirn auch im hohen Alter noch modellierbar ist. Drei Monate lang trainierten 60-jährige Probanden das Jonglieren.

„Das Jonglieren ist eine enorme Herausforderung für die visuelle Wahrnehmung, das räumliche Vorstellungsvermögen sowie für die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit”, so Dr. May. Das Ergebnis ging um die Welt: Nach drei Monaten Training waren zwei Hirnareale der Jongleure deutlich vergrößert. Ohne Training verkleinerten sich diese Bereiche allerdings in nur drei Monaten wieder.

„Use it or lose it“ Dieses bekannte Sprichwort trifft im hohen Maße zu. Das Gehirn eines Erwachsenen bleibt auch nach dem sogenannten Reifungsprozess (mit etwa 20 Jahren) formbar. Es baut ab, sobald es nicht gefördert wird. “Wir sollten lebenslang lernen, sonst nimmt das Gehirn ab”, so Dr. May. Auch der US-amerikanische Professor für Psychiatrie und Direktor des Instituts für Neurowissenschaften und Verhaltensforschung der Universität von Kalifornien, Dr. Gary Small,  bringt es auf den Punkt: „Fix your brain first: the rest will follow.“ Seine Forschungen konzentrieren sich auf den Erhalt des Geistes als eine primäre Aufgabe für ein langes, gesundes Leben. Behalten wir unseren Geist gesund, hat das Auswirkungen auf unsere gesamte physische Gesundheit.

 

Beim Erhalt der Gesundheit bilden Körper und Geist eine Einheit

Fest steht, dass sich der Erhalt der Gesundheit bis ins hohe Alter durch eine Kombination von körperlichem und geistigem Training, ergänzt um einen gesunden Lebensstil, erheblich steigern lässt. Das mei:do Training bietet eine präventive Maßnahme, die das Risiko von altersbedingten Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz reduziert, den Abbau kognitiver Fähigkeiten verlangsamt, die körperliche Fitness erhöht und für ausreichende Entspannung sorgt. Soziale Aktivitäten und eine gesunde Ernährung gehören ebenso dazu und bilden zusammen einen ganzheitlichen, präventiven Ansatz.

 

Sauerstoff belebt

Heute weiß man auch, dass regelmäßiges Körpertraining nicht nur den Muskeln, den Knochen und dem Kreislauf guttut, sondern auch zum Erhalt der geistigen Leistung beiträgt. Regelmäßige Bewegung fördert die körperliche Gesundheit und steigert die kognitive Leistungsfähigkeit. Die Mechanismen dahinter liegen in der Steigerung des Sauerstoffumsatzes und damit verbundenen besseren Durchblutung des Gehirns.